Stilvolle Zivilhochzeit

„Ach, ihr heiratet nur zivil“… was für ein dämlicher Satz, den sich viele Brautpaar immer wieder anhören müssen und den schönsten Tag im Leben abwertet. Dabei gibt es die verschiedensten Gründe, welche moderne Brautpaare dazu veranlassen „nur“ eine standesamtliche Hochzeit zu feiern. Von Bescheidenheit über Geldmangel oder aber schlichtweg den Wunsch auf den kirchlichen Teil zu verzichten, sind die Gründe so vielfältig wie die Brautpaare die sie äussern.

Doch was ist so schlimm daran? Warum sollte ein Brautpaar seinen Hochzeitstag nicht einfach nach seinen persönlichen Wünschen gestalten dürfen ohne sich gesellschaftlichen Konventionen unterwerfen zu müssen und dafür auch noch von Verwandten und Freunden kritisiert zu werden?

Immerhin, mutig ist heute wer sich trotzdem traut, denn im Gegensatz zur Generation unserer Eltern und derer unserer Grosseltern sowieso, ist es heute schliesslich nicht mehr verpönt langjährig in wilder Ehe oder Amtsdeutsch im Konkubinat zu leben und mit dem Partner auch ohne Trauschein alles zu teilen. Und auch ein Kind ist schon lange kein Grund mehr für einen Trauschein.

Aber als Hochzeitsplanerin und hoffnungslose Romantikerin glaube ich dass eine Partnerschaft ein Leben lang halten kann. Und weil ich davon überzeugt bin, dass heiraten egal in welcher Form einfach eine schöne Sache ist, widmen wir diesen Hochzeitsblog-Beitrag der stilvollen Zivilhochzeit. Und so wird’s gemacht:

Die Wahl des passenden Traulokales

Eine Zivilhochzeit muss nicht zwingend in einem sterilen Amtszimmer durchgeführt werden. Obwohl viele Trauzimmer zurückhaltend und neutral gehalten sind, bieten viele Gemeinden Alternativen an. Oftmals können alternative Traulokale in Schlössern, Gutshäusern oder wunderschönen Villen gebucht und nach eigenen Vorstellungen dekoriert werden.

Sollte dieses Angebot in eurer Wohngemeinde nicht vorhanden sein, könnt ihr euch in eurer Wohngemeinde beim Ehevorbereitungsverfahren ganz einfach eine Bescheinigung ausstellen lassen, die es euch ermöglicht in jedem beliebigen Zivilstandskreis eurer Wahl zu heiraten. Entsprechend frei seid ihr damit auch in der Wahl des passenden Traulokales, unter der Voraussetzung, dass ihr ein freies Datum ergattern könnt.

Unser Tipp, bucht zuerst das Traulokal eurer Wahl am Datum eurer Wahl. Beachtet dabei, dass das Traulokal genügend Platz für all eure Gäste und die entsprechende Anzahl Sitzplätze bieten muss.

Nach dem Ehevorbereitungsverfahren kann die Eheschliessung 11 Tage nach Abschluss des Verfahrens bis 3 Monate danach geschlossen werden. Stimmt die Durchführung des Ehevorbereitungsverfahrens daher auf euren zuvor festgelegten Hochzeitstermin ab.

Euer persönliches Dekorationskonzept

In den meisten Zivilstandsämtern ist eine kleine Blumendekoration oft schon vorhanden und kann nicht individuell gestaltet werden. Anders hingegen sieht es bei individuell gebuchten Traulokalen aus. Hier dürft ihr euch austoben und könnt die Dekoration, selbstverständlich in Absprache mit dem Eigentümer oder dem Hauswart, individuell und ganz nach eurem Geschmack gestalten.

Am Besten bindet ihr die Gestaltung des Traulokales in euer Dekorationskonzept mit ein. Dies generiert eine unverkennbare Zusammengehörigkeit der verschiedenen Elemente und zwisschen den verschiedenen Programmpunkten. Als Hochzeitsplaner sind wir euch dabei gerne behilflich, dass sich der rote Faden durchgehend durch eure Hochzeitsfeierlichkeit zieht.

Ein hübscher Brautstrauss ist Pflicht

Ein wichtiger Bestandteil des Dekorationskonzeptes ist der Brautstrauss. Und ja, unserer Meinung nach gehört zu jeder Braut auch ein Brautstrauss.

Dieser sollte aber stimmig ins Gesamtkonzept eingebunden werden und sowohl ins Gesamtkonzept eingebunden wie auch auf den Stil des Brautkleides angepasst werden und eine gute Grösse haben. Eine gute Floristin ergänzt in dieser Angelegenheit eure Hochzeitsplanerin und kann euch fachlich exzellent beraten.

Nach der Hochzeit könnt ihr euern Brautstrauss klassisch in die Menge der anwesenden ledigen Damen werfen oder aber trocknen. Falls ihr beides wollt, lasst euch einfach zwei Brautsträusse anfertigen.

Braut und Bräutigam

Auch bei einer Zivilhochzeit sollte deutlich erkennbar sein, wer Braut und Bräutigam sind. Es spricht daher nicht gegen ein klassisch weisses Hochzeitskleid für Sie und einen schönen Anzug für Ihn.

Aber aufgepasst, nicht jedes Brautkleid passt zu jeder Hochzeitsfeier. Pompöse, viellagige Kleider wirken je nach Traulokalität, so schön sie auch sein mögen, overdressed und damit tut ihr euch leider keinen Gefallen. Genauso ist es mit dem Schleier. Auf diesen solltet ihr bei einer zivilen Trauung eher verzichten.

Wir raten den meisten Bräuten bei der Brautkleidwahl für eine stilvolle zivile Trauung eher zu einem schlichteren Modell welches, sollte es lang sein, wie ein Abendkleid geschnitten ist oder aber zu einem kurzen Kleid. An der Bridal Barcelona 2016 wurden viele wunderschöne neue Designs vorgestellt, die sowohl perfekt zu einer kirchlichen wie einer zivilen Trauung passen und mit Leichtigkeit und zeitloser Eleganz punkten können. Lasst euch in diesem Zusammenhang auf keinen Fall unseren Hochzeitsblog im September mit den Brautmodetrends 2016 entgehen.

Der Bräutigam hat es in Sachen Kleidung wie auch sonst im Leben einfacher. Abgestimmt auf den Stil des Brautkleides, kann er nicht overdresses sein. Erlaubt ist daher alles was (der Braut) gefällt.

Die Trauungszeremonie

Die Trauungszeremonie einer standesamtlichen Trauung ist an sich ein nüchterner zivilrechtlicher Akt. Dennoch obliegt es der Wahl des Brautpaares, die Zeremonie durch persönliche Elemente zu ergänzen. Ob Musik, ein persönliches Trauversprechen, und natürlich der Ringtauch können problemlos in die Zeremonie eingebunden werden.

Sprecht daher unbedingt mit eurem Standesbeamten darüber, wie ihr euch die Ziviltrauung vorstellt und wie eure persönlichen Wünsche in den Ablauf eingebunden werden können. Ausserdem müsst ihr unbedingt dafür besorgt sein, dass Verantwortlichkeiten festgelegt sind. Wer stellt die Musik ein und aus? Wird die Braut zum Altar geführt und durch wen? Gibt es Brautjungfern und was sind ihre Aufgaben? Wer reicht die Ringe? Möchte jemand ein Gedicht vortragen? Eine zivile Trauung muss genauso durchgeplant und durch choreographiert werden, wie jede andere Trauungszeremonie.

Die Party danach

Erlaubt ist, was gefällt. Ihr müsst nach eurer Ziviltrauung weder eine grosse Party schmeissen noch darauf verzichten. Wichtig ist nur, dass eure Gäste wissen, was sie nach eurer Trauung erwartet und dass sie darauf vorbereitet sind.

Solltet ihr euch gegen ein grosses Fest entscheiden, offeriert nach der Trauung ein kleines Apéro, dass alle Gäste noch kurz zum verweilen einlädt. Das gehört zum guten Ton und drückt eure Wertschätzung gegenüber euren Gästen aus. Ausserdem bietet es Gelegenheit zu gratulieren, ein paar Worte zu wechseln und Geschenke zu übergeben.

Auf jeden Fall solltet ihr aber, ob Apéro nach der Trauung oder volles Programm auch hier darauf achten, dass alles auf euer Gesamtkonzept abgestimmt ist und in sich stimmig wirkt. Ein Hochzeitsplaner kann euch nicht nur helfen das Apéro oder eure Hochzeitsfeier zu organisieren sondern auch dabei Kosten zu sparen, indem er zum Beispiel Dekorationselemente und Blumen frühzeitig neu positioniert, damit diese mehrfach verwendet werden.

Eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare

Seit 2005 existiert in der Schweiz die eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare. Dieser zivilstandsamtliche Akt regelt die Zugehörigkeit zweier Menschen ähnlich einer Eheschliessung. Obwohl es sich hier im rechtlichen Sinne nicht um eine Eheschliessung handelt, wird dies von vielen gleichgeschlechtlichen Paaren als solche empfunden und auch so zelebriert. Wir von Dreamz durften schon viele Feiern für gleichgeschlechtliche Paare ausrichten und freuen uns auch euch bei diesem Schritt begleiten zu dürfen.

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