Ja, ich will…Hochzeitsshopping à la Parisienne

Wie ihr bereits wisst, liebe ich Paris. Paris ist jederzeit eine Reise wert und meine persönliche Lieblingsstadt in Europa. Nirgendwo sonst trifft man auf diese typische Mischung von Eleganz und Lässigkeit. Diese vollkommen natürliche Arroganz, gepaart mit purer Lebensfreude, die sich den Touristen nur offenbart, wenn sie als solche nicht mehr zu erkennen sind. Und es ist mir eine ganz besondere Freude, wenn mich die Einheimischen nach ein paar Tagen nicht mehr nach meinem Herkunftsland fragen sondern als eine der ihren ansehen. Und obwohl unsere Reise nach Paris nur wenige Tage zurückliegt, habe ich bereits wieder Heimweh…

Paris, ist aber nicht nur Stadt der Liebe sondern vor allem der Mode, ist ein Must für jede Bride-to-Be, denn egal was ihr sucht, von Schuhen bis zu Accessoires, schöner Wäsche, klassischen Hochzeitsmandeln oder Brautjungferngeschenken, hier findet ihr alles, ihr müssen nur wissen wo.

So haben Michèle und ich also entschieden, mit meiner Schwägerin (ich bevorzuge das englische Wort Sister in Law, weil eine Schwägerin ja wie eine Schwester sein sollte und nenne sie hier nun Sis) eine kleine Reise zu machen.

Michèle, Sis und ich machten uns also an einem verregneten Samstag mit dem Flugzeug auf den Weg nach Paris, um die finalen Hochzeitsvorbereitungen zu treffen und noch ein paar Tage in „Freiheit“ zu geniessen.

Auf unserer Einkaufsliste standen Dinge wie violette Krawatten und Einstecktücher, Brautschuhe, Hochzeitsmandeln, ein Fascinator, ein Kleid für Sis für die zivile Trauung, ein Kleid für mich für die zivile Trauung und ein Blazer und noch vieles mehr. Und natürlich könnte ich euch nun haarklein von jedem einzelnen Einkauf erzählen. Wie wir Verkäufer in den Wahnsinn getrieben haben auf der Suche nach der Einen violetten Krawatte mit passendem Einstecktuch und das ganze Mal Sieben, oder von all den ungeplanten, sündhaft teuren Spontankäufen, die so viel Spass machen oder aber, wie wir per Zufall auf einem kleinen Künstlermarkt in der Nähe von Chatêlet –les Halles einen supertollen Fascinator gefunden haben.

Aber um ehrlich zu sein, noch viel amüsanter ist die Story, wie Michèle einen ganzen Tag lang ein paar schwere Wanderschuhe (warum fliegt man eigentlich mit Wanderschuhen nach Paris? – ich habe es bis heute noch nicht herausgefunden) mit sich herumgeschleppt hat, um diese in einem Anflug von Grosszügigkeit einem der unzähligen Pariser Bettler zu schenken. Dummerweise war den ganzen Tag über Keiner zu sehen! Egal wo wir langgingen oder hinkamen, nirgendwo war auch nur ein Chlochard, weshalb Michèle dann kurz vor unserem Hotel die Schuhe in der U-Bahn stehen liess, nur um festzustellen, dass ca. 50 Meter weiter, beim Ausgang der Métro ein Bettler ohne Schuhe sass… Das nennt man dann wohl Schicksal, Karma oder einfach nur Pech.

Und ein Highlight der Dekadenz war, wie es Michèle und Sis in einem der superteuren Pariser Luxus-Modegeschäften, dass berühmt ist für seine Must-Have-Handtaschen (nein, wir sprechen hier nicht LouisVuitton, zu dessen Jüngern ich mich auch zähle…ach ja, habt ihr schon die neue Bastille Bag gesehen? Ein Traum!), fast die Sprache verschlagen hat. Während ich mich nämlich nach einem Schal in der It-Farbe des Jahres (irgendwas zwischen Wassermelone und Fuchsia) umgesehen habe, haben die beiden beobachtet, wie ein junges Mädchen, ca. 15 Jahre alt, von Papi telefonisch die Ermächtigung zur Nutzung der schwarzen AMEX, einer Kreditkarte ohne Limit, erhalten hat und in einen Shoppingrausch verfallen ist. Naja, einen Ölscheich sollte man zum Papi haben… oder Ehemann…

Und nicht vorenthalten möchte ich euch, was Frauen tun, wenn es in Paris auf dem Pont des Arts regnet und kein Regenschirm zur Verfügung steht. Man stellt sich einfach unter die Brücke. Und weil das ja dann ein bisschen langweilig ist, beginnt man eben irgendwann die vorbei-joggenden, -eilenden und -gehenden Männer und deren mehr oder minder wohlgeformten Rückseiten zu begutachten und zu bewerten, und das lauthals, denn es versteht einen ja Keiner.

Also wie ihr seht, Paris ist immer eine Reise Wert…

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