Ja, ich will… Eine orange Braut – der SprayTanning-Selbsttest

OMG! Was für eine Woche! Ich weiss echt nicht, wer auf diese Idee kam, aber manchmal sind Michèle und ich einfach ein bisschen neben der Spur. So auch an jenem Abend im April, als wir uns spontan dazu entschlossen haben SprayTanning auszuprobieren. Das sagt euch nichts? Macht nichts…

Auf diese Idee kamen wir, weil wir beide fanden, dass wir beide in unseren Kleider nicht bleich wie zwei Mozzarellas auf Mallorca zu meiner Hochzeit erscheinen können. Also entschlossen wir uns dazu, uns schnell und „gesund“, jedenfalls gesünder als im Solarium, bräunen zu lassen. Und da bis anhin keine von uns SprayTanning ausprobiert hatte, entschieden wir, zuerst eine Generalprobe zu machen.

Wagemutig wie wir beide also sind, immer bereit die neusten Trends an uns selbst zu testen und allerlei Schandtaten zu begehen, haben wir uns also in unser Experiment gestürzt. Aber wir hatten echt keine Ahnung, auf was wir uns da einlassen würden! Als wir nach einer Stunde im Stau in und um Zürich endlich unser Ziel erreichten, betraten wir kurz vor Ladenschluss ein wirklich hübsches Kosmetikstudio  und wurden trotz dem nahenden Feierabend kompetent beraten. Kundenservice: Top. Ob wir denn schon einmal in einer Tanning Kabine gewesen seien, welchen Bräunungsgrad wir uns wünschten, ob wir zuvor eine Körperpeeling durchgeführt hätten (es ist sehr wichtig, abgestorbene Hautschüppchen vor dem Bräunen zu entfernen – danke für die Info…ihhhh), unser Makeup entfernt, kein Parfum oder Deo benutzt hätten, und so weiter.

Und dann ging es los. Die freundliche Kosmetikerin begleitete uns in den TanningRoom, wo ein Riesenmonstrum von Kabine stand. Wir sollten dann zunächst die TanningPosen einüben. Wir standen da, mit unseren Plastikhäubchen auf dem Kopf, ansonsten komplett nackig, bereit für alle Schandtaten und begannen unser Körper zu verrenken. Mal wie im Video der BackstreetBoys zu Backstreets Back (ja, wir outen uns hier als Fans und freuen uns schon riesig auf das Konzert vom 17. Juli 2014 am Live @ Sunset in Zürich), breitbeinig, mit den Händen zu Krallen geformt – Position eins. Dann, den Ägypter machend, seitlich stehend, eine Hand nach vorne, die andere nach hinten – Position zwei. Dann den Ägypter seitenverkehrt – Position drei. Und zum Schluss, den Pinguin von Hinten, die Beine etwas breit und die nach unten Arme gestreckt und die Hände im rechten Winkel zu den Armen nach vorne gebeugt – Position 4. Hat ja keiner verlangt, dass es gut aussieht, nur das es funktioniert.

Wir tanzten da also unseren Tanz vor uns her, um ja gleichmässig gebräunt zu werden, in der Hoffnung, dass dabei wenigstens das Ergebnis ansprechend ausfallen würde.

Dann wurde es ernst. Ich stellte mich, wie von unserer TanningInstruktorin angewiesen, hinter die Markierung. Die Monsterkabine erwachte zum Leben und machte einen Krach als würde ein UFO landen. Position eins! Ich stellte mich krallhändig (ist das überhaupt ein Wort?!) hin und eine Düse (oder auch mehrere) sprühte mich mit klebrigem Selbstbräuner ein, der nebenbei bemerkt wie das Zeug aus der Dose riecht und sch*** kalt ist. Position zwei! Der Ägypter nach rechts, einem Lachanfall nahe, weil das sowas von bescheuert aussehen musste, wurde ich erneut mit einem Film Selbstbräuner besprüht. Position drei! Eine galante 180 Grad Drehung, bei der ich mich beinahe auf die Nase legte. Und zum Schluss Position vier! Die dafür sorgen sollte, dass auch meine 4 Buchstaben knackig braun werden. Der Rest war ein Klacks, nochmals die Positionen wiederholend wurde ich trockengeföhnt und konnte mich nach Reinigung der Handflächen und Fusssohlen und Entfernung des Häubchens wieder ankleiden. Dann war Michèle an der Reihe… im Nachhinein muss ich sagen, wir hätten diese Show aufzeichnen und meistbietend verkaufen sollen, das hätte viel Geld eingebracht.

Auf jeden Fall…nachdem auch Michèle geföhnt, klingt schon lustig, und angezogen war, verliessen wir das TanningStudio, gespannt und voller Vorfreude darauf, wie wir am nächsten Tag aussehen würden.

Am Mittwoch Morgen guckte ich in den Spiegel und… mich traf fast der Schlag! Ich hatte die mittlere Bräunungsstufe gewählt und sah aus wie nach vier Wochen Bacardi-Werbung-Urlaub in der Sonne! Sogar die Raffaello-Frau in ihrem weissen Badeanzug wäre vor Neid erblasst…Gigantisch! Wie musste wohl Michèle aussehen, die nur die leichtere Bräunungsstufe gewählt hatte? Die Antwort auf meine Frage kam per SMS. „Ich fühle mich orange!“

Eine Woche später, habe ich meine normale Hautfarbe noch nicht wieder zurück erlangt. Mittlerweile haben sich trotz intensiver Hautpflege Flecken gebildet und ich sehe aus wie eine Giraffe. Also ohne den langen Hals und so, aber ähnlich. Insbesondere an Stellen wo die Kleidung an der Haut scheuert, also zwischen meinen…beiden schlagenden Argumenten, hat sich ein… sagen wir interessantes Muster gebildet, welches sich auch mit intensivem Schrubben noch nicht beseitigen liess. Unser persönliches Fazit daher, für eine schnelle Bräune auf niedriger Bräunungsstufe für den Sunkissed-Effekt durchaus ok und preislich auch total in Ordnung, aber für längerfristige Bräune die wirklich hält und vollkommen streifenfrei sein soll, lieber nicht. Wir sehen uns dann im Solarium….

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